Schlosspark Kromsdorf

Geschichtsbuch in der Mauer

Malerisch liegt das Renaissanceschloss mit seinem nahezu quadratischen Parkbereich am Ortsrand von Kromsdorf. Ursprünglich als Nutz- und Ziergarten angelegt, erfuhr der Park die wichtigste Erweiterung unter seinem Besitzer Johann Theodor de Mortaigne. Er ließ ab 1664 die berühmte Umfassungsmauer mit den Porträtbüsten anlegen und den Park im holländischen Stil umgestalten. Später wurde das Areal mit Orangerie, Fasanengarten und Wasserspielen barock erweitert und dann wieder, weil aus der Mode gekommen, um diese Gartenelemente reduziert. Heute lockt der Park mit einem Rosengarten, dem rekonstruierten Wegenetz und der „Kromsdorfer Ahnengalerie“.

 

 

Nase ab, Nase dran:

Mit 64 Nischen, die von Porträtbüsten historischer und exotischer Persönlichkeiten besetzt sind, ist die Parkmauer eine kunsthistorische Besonderheit. Als 1806 französische Soldaten durch Kromsdorf zogen, schlugen sie fast allen Steinbüsten die Nase ab. Die „Schönheitskorrekturen“ ordnete ab 1833 der Weimarer Großherzog Carl Friedrich an. Nach Einlagerung der Plastiken 1979, konnten nach Sanierung der Mauer nur 61 wieder aufgestellt werden. Die verschollenen drei tauchten aber alle auf, zuletzt der „Kaiser von Marokko“, den man 2003 in einem verwilderten Privatgarten fand.

 


Weitere Informationen