Schlosspark Tiefurt

Wiese und Fluss als Theaterkulisse

Mit Licht- und Schattenspielen zum Spazieren verlockt nordöstlich von Weimar ein verträumtes Tal: Tiefurt, lieblich von der Ilm durchflossen, auf Wiesen gebettet und von einem schlichten „Schlösschen“ geadelt. Auf diesem Sommersitz von Herzogin Anna Amalia traf sich ab 1781 die illustre Weimarer Hofgesellschaft zur Sommerfrische. Als Bonbon entstand das handkopierte „Tiefurter Journal“, das mit Witz und Charme dem Zeitgeist und dem Genius Loci huldigte. Noch heute scheinen über dem frühen Landschaftspark mit seiner ländlichen Idylle die hier geschmiedeten und rezitierten Verse zu schweben. Die Anlage ist aber auch ein Ort der Erinnerungskultur. Zeugnisse sind das Denkmal für Anna Amalias Bruder oder der Kenotaph für ihren jüngsten Sohn, dem Begründer der Tiefurter Anlagen.
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Alles nur Theater

In einer Mooshütte führte man für Goethe zum Geburtstag 1781 ein „pantomimisch-allegorisches Schattenspiel“ auf. Die Überraschung war gelungen. Goethe revanchierte sich mit dem eigens für den Ort geschriebenen Singspiel „Die Fischerin“. Am linken Ufer der Ilm, dem Steilhang als Kulisse, zwischen Busch und Baum, „unter dem Gewölb´ der Nacht“ und von Fackeln erhellt, inszenierten die „Lustigen von Weimar“ ihr Wald-und Wassertheater in einer lauen Julinacht. Eine kleine Treppe zur Ilm erinnert daran.

 


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